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Zahnfleischrückgang, freiliegende Zahnhälse und Rezessionen

Liebe Patienten!

Auf dieser Seite haben wir für Sie alle wichtigen Informationen zum Thema Zahnfleischrückgang, freiliegende Zahnhälse und Rezessionen zusammengestellt.

Diese Informationen ersetzen jedoch nie eine eingehende parodontologische Untersuchung und das persönliche Beratungsgespräch, in welchem wir eine für Sie passende Lösung entwickeln können.

In unserer Praxis werden viele Überweisungspatienten anderer Zahnärzte betreut. Wir sind somit auch gern bereit, Sie parodontologisch und implantologisch zu beraten und zu behandeln, wenn Sie sich sonst bei Ihrem Hauszahnarzt wohl und gut aufgehoben fühlen. Wir arbeiten in solchen Fällen gern und offen mit Ihrem Hauszahnarzt zusammen.

Ihre Praxis Dr. Behring und Partner 

Wir wünschen Ihnen viel Spaß beim Lesen.

Woher kommt Zahnfleischrückgang?

Für Zahnfleischrückgang, frei liegende Zahnhälse oder, wie es korrekt heißt, „Gingivale Rezessionen“ gibt es viele Ursachen. Diese zu kennen ist für Betroffene nicht nur interessant, dieses Wissen dient auch der Vermeidung einer Verschlimmerung und ist nötig für eine erfolgreiche Behandlung.

Eine Hauptursache für Zahnfleischrückgang ist ein zu hoher Druck beim Zähneputzen (oft kombiniert mit einer zu harten Zahnbürste), wodurch es zu freiliegenden Zahnhälsen und sogenannten Putzdefekten in der Wurzeloberfläche kommt. Die zweite Hauptursache für freiliegende Zahnhälse ist ein Zahnfleischrückgang durch eine Parodontitis (Parodontose).

Rezessionen werden außerdem häufig infolge von kieferorthopädischen Behandlungen (Zahnspangen) beobachtet oder sind Folgen des Zähneknirschens und -pressens. Auch starke Lippenbändchen kommen als Ursache infrage.

Meistens kommen Rezessionen jedoch infolge einer Kombination dieser Ursachen zustande.

Verschlimmernde Faktoren für bereits begonnenen Zahnfleischrückgang (Rezessionen) sind daher alle oben genannten Ursachen selbst, sowie Muskelzug durch Lippen, Wangen und Zunge beim Sprechen, Essen oder Lachen.

Wird Zahnfleischrückgang automatisch schlimmer?

Rezessionen werden nicht in jedem Fall automatisch schlimmer. In vielen Fällen reicht es, die Ursachen zu finden und abzustellen, um eine Verschlimmerung zu vermeiden. Dies gilt vor allem für leicht freiliegende Zahnhälse durch zu hohen Putzdruck.

Es gibt aber auch Fälle, in denen mit einer automatischen Verschlimmerung des zurückgehenden Zahnfleisches gerechnet werden muss. Dies ist immer dann der Fall, wenn der Rückgang (die Rezession) so weit fortgeschritten ist, dass der Boden der Rezession aus dem fest angewachsenen Zahnfleisch heraus in die verschiebliche Schleimhaut der Wange oder Lippe hinausgeht. In diesem Fall ist eine chirurgische Behandlung unbedingt sinnvoll, um eine Verschlimmerung der Rezession und somit einen späteren Zahnverlust zu vermeiden.

Was kann ich vorbeugend tun?

Das Wichtigste, was Sie tun können, wenn Sie einen Zahnfleischrückgang oder freiliegende Zahnhälse bemerken, ist, diesen einem Fachspezialisten für Parodontologie vorzustellen, um die Ursache festzustellen und um abschätzen zu lassen, ob diese Rezession stabil gehalten werden kann oder sich automatisch verschlimmern würde. Sind die freiliegenden Zahnhälse oder die Rezessionen durch ein zu starkes oder falsches Zähneputzen bedingt, so sollte Ihnen eine bessere Technik durch eine erfahrene Dentalhygienikerin beigebracht werden. Das einfache Umstellen auf eine weichere Bürste oder „weniger doll“ zu putzen führt oft nicht zum Ziel.

Kann (oder muss) man Zahnfleischrückgang behandeln?

In den meisten Fällen lässt sich Zahnfleischrückgang behandeln.

Hierfür muss ein Spezialist für Parodontologie beurteilen, ob und welche Verbesserung im Einzelfall durch eine Behandlung erreichbar ist. Hierfür gibt es neben klar definierten Kriterien vor allem viele individuelle Faktoren, etwa die Zahnstellung im Kiefer, die Ursache der Rezession oder der individuelle Schleimhauttyp.

Auch die Wünsche des Patienten sollten unbedingt beachtet werden.

So macht es etwa für den Aufwand und die Prognose (die langfristige Stabilität) der Behandlung einen großen Unterschied, ob die Rezession vom Patienten als ästhetisch störend empfunden wird (z.B. Oberkieferfront) oder ob es vor allem um die Stabilisierung der Situation und somit um die Vermeidung einer Verschlimmerung geht (z.B. Unterkiefer).

Chirurgische Behandlungsmöglichkeiten

Rezessionsdeckung ohne Schleimhautverdickung

Ziel der Behandlung:

Platzierung des Zahnfleisches auf seiner ursprünglichen Höhe bei ausreichender Zahnfleischdicke.

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Rezessionsdeckung mit Schleimhautverdickung

Ziel der Behandlung:

Platzierung des Zahnfleisches auf seiner ursprünglichen Höhe mit gleichzeitiger Verdickung von zu dünnem Zahnfleisch.

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Rezessionsstabilisierung und Schleimhautverdickung

Ziel der Behandlung:

Gut vorhersagbare Verdickung und dauerhafte Stabilisierung des Zahnfleisches ohne Versuch das Zahnfleisch in seiner ursprünglichen Höhe zu platzieren.

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Zahnfleischverbreiterungen

Ziel der Behandlung:

Verbreiterung und Verdickung von Zahnfleisch zur Behandlung oder Vermeidung von Entzündungen an Zahn und Implantat.

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Nicht zu empfehlende Techniken

Leider gibt es auch einige heute noch angewandte Techniken, welche nach dem aktuellen Wissensstand nicht mehr empfehlenswert sind.

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Beispiel einer Rezessionsdeckung

Vorher
Vorher
Nachher
Nachher

Beispiel einer Deckung von mehreren Rezessionen

Vorher
Vorher
Nachher
Nachher

Nicht-chirurgische Behandlungsmöglichkeiten

Alternativ zu den beschriebenen chirurgischen Techniken können die optischen Folgen von zurückgegangenem Zahnfleisch durch unterschiedliche Techniken abgemildert werden.

Die sogenannte „konservierende Therapie“ beschreibt die Korrektur der Zahnform mit einer Kunststofffüllung mit dem Ziel, die freiliegenden Zahnhälse vor weiterem Abrieb zu schützen und die Ästhetik zu verbessern. Dies sollte als alleinige Maßnahme nur durchgeführt werden, wenn die Rezession durch einen Parodontologen als dauerhaft stabil angesehen wurde. Ähnliche Verbesserungen der Ästhetik bei Rezessionen kann durch Herstellung günstig geformter Kronen und Veneers (Verblenschalen) erreicht werden.

In ästhetisch sehr ungünstigen Situationen kann die Verwendung von Zahnfleischmasken, welche individuell im Labor angefertigt werden, eine Abhilfe schaffen. Diese sind für die Patienten in aller Regel wenig störend, und können große Verbesserungen in der Ästhetik bringen.

Abschließend können Rezessionen auch beobachtet werden. Nachteilig an der Beobachtung der Rezession ist aber, dass die Deckung einer Rezession immer schwieriger wird, je tiefer und breiter sie wird. Eine Beobachtung kann also nur bei Rezessionen empfohlen werden, welche nach Einschätzung eines Parodontologen als stabil beurteilt wurden. In diesem Falle empfiehlt sich eine Fotodokumentation der Rezession, um (wie Röntgenbilder bei Karies) eine Entwicklung über die Jahre objektiv beurteilen zu können. Auch müssen natürlich die Ursachen der Rezession abgestellt werden.

Beispiel einer Zahnfleischmaske

Ohne Zahnfleischmaske (vor Parodontalbehandlung)
Ohne Zahnfleischmaske (vor Parodontalbehandlung)
Mit Zahnfleischmaske
Mit Zahnfleischmaske
Individuelle Zahnfleischmaske aus weichem Silikon
Individuelle Zahnfleischmaske aus weichem Silikon

Was kostet mich die Behandlung?

Alle beschriebenen Arten der chirurgischen Behandlung von Rezessionen, Zahnfleischrückgang und freiliegenden Zahnhälsen sind per gesetzlicher Vorgabe keine Leistungen der gesetzlichen Krankenversicherung und müssen nach Privatrecht abgerechnet werden.

Ausnahmen hiervon sind nur einige der von uns ausdrücklich nicht empfohlenen Techniken (z. B. Trennung eines Lippenbändchens als alleinige Leistung) sowie die konservierende Behandlung mit Zahnhalsfüllungen.

Für privat versicherte Patienten sind diese Maßnahmen bei medizinischer Begründbarkeit (welche fast immer gegeben ist) normale Versicherungsleistungen, es gelten also nur die individuellen Vertragsbedingungen. Dies gilt auch für Patienten, welche mit einer Beihilfestelle abrechnen.